Archiv für den Autor: Frau Schneck

Die Wendeltreppe oder die sorglose Frau Schneck

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Fietje ist seit einiger Zeit Mittelalter Fan. Kein Buch ist vor dem wissbegierigen kleinen Mäuserich sicher.  Die arme Frau Schneck darf sich den ganzen Tag Monologe über Burgen, Ritter, Drachen und dem Leben im Mittelalter anhören.

 

 

 

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Als Frau Schneck gestern ins Bett gehen möchte, sitzt Fietje im Weg. „Fietje, was sitzt du mit meinem Messerschärfer in der Wendeltreppe?“ fragt sie irritiert. „Weißt du, warum die Wendeltreppen im Uhrzeigersinn hochgehen?“ kommt die Gegenfrage. Ohne zu warten kommt die Antwort, natürlich von Fietje. „Im Bergfried haben die Menschen bei Überfällen im Mittelalter Zuflucht gesucht! Das war der letzte Rückzugsort und super einfach zu verteidigen, weil der Burgherr von oben auf der Treppe stehend seine Leute verteidigen konnte. Der Gegner wiederum konnte als Rechtshänder mit seinem Schwert von unten nicht ausholen!“ gibt er sein Wissen preis. „Und das ist kein Messerschärfer sondern mein Schwert Mäusesieg!“ Dumm wie Frau Schneck ist, kommt nur ein „Aha“ über ihre Lippen.

 

 

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Fietje ist begeistert und versucht ihr mit Mäusesieg einen „Fietje verteidigt Frau Schneck Kampf“ vorzuführen. Frau Schneck schaut sehr besorgt, man weiß ja nie, ob sich nicht Fietje verletzt oder er gar ihren Fußboden ramponiert. „Ja, und was machst du jetzt hier?“ möchte sie wissen und nimmt lieber Abstand vor den wilden Vorführungen. „Ich beschütze Dich!“ kommt es großspurig. „Wovor?“ „Einbrecher, Tunichtgute, Drachen, Zauberer, was weiß ich, was für Gefahren lauern!“ Fietje kann über so viel Sorglosigkeit nur den Kopf schütteln. Gut, dass er da ist und die Kontrolle übernimmt.

 

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Frau Schneck ist noch nicht ganz oben, da hört sie Fietjes leises Schnarchen. „Tolle Bewachung,“ murmelt sie grinsend. Am anderen Morgen findet sie Fietje immer noch schnarchend in ihr Schultertuch eingemummelt. „Guten Morgen!“ ruft sie gut gelaunt und so laut, dass Fietje aufschreckt. „Ich habe nicht geschlafen,“ empört sich der ertappte Mäuserich. „Ach, wer hat denn hier geschnarcht?“ „Ich habe nicht geschnarcht! Ich schnarche überhaupt nie!“ Fietje merkt an Frau Schnecks süffisantem Grinsen, dass sie ihm nicht recht glaubt! Aber Fietje ist bekanntlich um keine Geschichte verlegen.

 

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„Mein Schnarchen diente der Tarnung. Den Bösewicht in falscher Sicherheit zu wiegen und dann „Zack“ zuzuschlagen! Hast du heute Nacht nicht die wilden Kämpfe gehört? Mäusedreck, hast du einen tiefen Schlaf! Gut, dass ich da war!“

“Fietje, ich bilde mir ein, dass deine Nase immer länger wird!“

Die Tasche!

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Titania liebt die Taschen von Frau Beate und schleppt sie überall mit hin. Nun, Frau Beate mochte keine Taschen mehr nähen und in Folge hieß das für Titania, dass es keine Taschen mehr gibt. Aber Frau Beate wusste Rat…

 

 

 

 

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… statt einer Tasche überreichte Frau Beate Titania ein DIY-Kid!

 

 

 

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Natürlich funktionierte die Nähmaschine nicht und während Titania mit ihrem Schicksal haderte und im Internet nach Betriebsanleitungen suchte….

 

 

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…. inspizierten ihre Jungs die zur Verfügung stehenden Materialien

 

 

 

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Neugierig nährten sie sich dem Thema an.

 
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Schnell waren die Einzelteile zusammen genäht.

 

 

 

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Während Titania leise im Büro vor sich hin fluchte, untersuchten die Jungs eine von Frau Beates Taschen und überlegten, in welcher Reihenfolge man die Teile am besten zusammenfügt.

 

 

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Natürlich war es Rilke, der den Durchblick hatte.

 

 

 

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Geduldig erklärte er den beiden anderen was zu tun ist.

 

 

 

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Erst muss der Boden eingesetzt werden.

 

 

 

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Während Titania sich in ihrer Verzweiflung telefonisch mit ihrer Mutter berät, werden schon die Griffe an die Tasche genäht.

 

 

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Und als Titania immer noch nicht schlauer aus dem Büro zurück kommt, haben die Jungs ihr Werk vollbracht.

 

 

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Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie begeistert Frau Titania von ihren Jungs ist. Ihre Jungs sind ja die besten, nettesten, schlausten und geschicktesten überhaupt. Demnächst werden die Jungs ihr Nähunterricht geben, damit weitere Taschen genäht werden können.

… und die Jungs haben schon angefangen Tüten zu sammeln. Und ob da wohl ein Täschchen für Frau Schneck bei rum kommt?

 

Snoepen

 

PHOTO_20170930_124225 Alea iacta est! Die Jungs hatten gewürfelt und vD (von Dingelstedt) hatte verloren. Die Jungs hatten nämlich ein verdämmter schlechtes Gewissen und wollten sich bei Titania entschuldigen.

 

 

 

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FRau Schneck hatte wie immer aus dem Urlaub größere Mengen (39!) Tee für Titania mitgebracht. In der Einkaufstasche gab es auch eine Tüte Snoep aus Holland. „Die hat Fietje und mitgebracht,“ versichern die Jungs. Während Titania überzeugt war, dass es sich um ein Geschenk von Frau Schneck für Sie handelte. Nach langer Diskussion einigte man sich darauf, dass sie Süßigkeiten durch vier zu teilen sind.

 

PHOTO_20170930_132053 Doch als Titania gestern von der Arbeit zurück kam, war die Tüte leer gefuttert. Kein einziges Snoep hatten die gefräßigen Filzis ihr übrig gelassen. Titania war traurig und die Jungs hatten – wie schon erwähnt – ein sehr schlechtes Gewissen.

 

 

PHOTO_20170930_125708 Deshalb wurde nun vD losgeschickt. Er hatte eine Art Regencape gebastelt. Doch am Feld angekommen, suchte er erstmal Schutz. So ein Mistwetter.

 

 

 

 

 

 

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Schließlich raffte er sich auf und machte sich an die Arbeit. Seine Aufgabe bestand darin für Titania Sonnenblumen zu pflücken.

 

 

 

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Voller Stolz und völlig durchnäßt, präsentierte er den Strauß.

 

 

 

 

 

 

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Währenddessen war Titania einkaufen. Manchmal hat man Glück und bekommt die niederländischen Leckereien auch in deutschen Supermärkten zu kaufen. Grimmig hatte sie die Schätze im Keller verstaut und war nicht bereit, sie mit den Jungs zu teilen.

 

 

 

 

 

PHOTO_20170930_132349Doch jetzt war natürlich alles verziehen. Die Jungs bekamen einen Teil von Titanias Beute ab und konnten am Nachmittag schon wieder „snoepen“!

Trauer braucht ihre Zeit – eine Trauergeschichte

 

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Frau Schneck ist gut gelaunt, es ist Sommer, das Wetter ist schön und in der letzten Zeit gab es viele schöne Unternehmungen.
Aber, je besser die Laune umso trauriger wird sie:
Ein wunderschöner Urlaub in Cornwall, ein schöner Abend in Schloss Benrath, ein Abend auf einem Mäuerchen sitzend, die Wärme der Sonne auf der Haut oder einfach leben zu dürfen – aber, alles ohne Herrn Schneck.

 

 

 

IMG_3678 Es sind 19 Monate ohne Herrn Schneck und es fühlt sich immer noch genauso an, findet Frau Schneck. Li-Nuri schüttelt den Kopf über so viel Ungeduld: „Trauer kann man nicht wegjagen, Frau Schneck. Sie nimmt sich ihre Zeit, da kannst Du Dich auf den Kopf stellen! Aber manche Dinge sind doch auch schon besser geworden! Was steht jetzt im Wohnzimmer?“ „Endlich ein Bild von Herrn Schneck!“ antwortet Frau Schneck sofort. „Wie hast Du Dich gegrämt, dass Du das Bild von Herrn Schneck abdecken musstest, weil Du nur in Tränen ausgebrochen bist, wenn Du es gesehen hast? Habe ich Dir nicht gesagt, irgendwann geht es?“ Frau Schneck nickt. „Siehst Du, Du kannst ruhig mal auf mich hören!“

 

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„Und die vielen schönen Erlebnisse, könnten sie Dir nicht vielleicht auch von Herrn Schneck gesendet werden?“ fragt Li-Nuri. Frau Schneck brummelt. „Aber ich bin dann immer so traurig, weil ich es so gerne mit Herrn Schneck erlebt hätte und dann wird mir bewusst, was ihm genommen worden ist!“ „Pustekuchen! Herr Schneck ist in deinem Herzen und damit dabei! Du erlebst für Euch beide! Und wer sagt Dir, dass Herr Schneck nicht auch schöne Dinge erlebt?“ „Hoffentlich,“ schnieft Frau Schneck. „Frau Schneck, Trauer tut weh, niemand will sie haben! Es gibt kein: will ich nicht! Nimm sie und lass sie bei Dir weilen, sie ist der Ausdruck deiner Liebe für Herrn Schneck!“

Titanias Sandsammlung

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Im letzten Urlaub konnten die Jungs Fietje nicht nach Egmond an Zee begleiten. TItania war krank und sie mussten Titania pflegen.

Fietje wollte seinen Freunden ein wenig Urlaub mitbringen und hat Sand in drei kleine Marmeladengläser geschaufelt.

 

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Und es gibt natürlich nichts besseres als bei schönem Wetter zu den Freunden zu radeln und ihnen die Überraschung persönlich zu bringen. Der unerwartete Besuch wird mit großem Hallo und noch größerer Freude begrüßt, schließlich gehört Fietje zur Familie.

 

 

 

 

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Noch während das Teewasser kocht überreicht Fietje seinen Freunden das Geschenk: Sand aus Egmond an Zee.

 

 

 

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Die Jungs freuen sich sehr, sie zeigen Fietje Titanias Sandsammlung. Jetzt können sie Titania endlich Konkurrenz machen!

 

 

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Cape Horn und Sand von einem Strand ganz in der Nähe von Cape Agulhas.

 

 

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Cabots Landing und Sand von dem Strand mit dem höchsten Tidenhub der Welt in Bay of Fundy.

 

 

 

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PHuket

 

 

 

 

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Great Sandy National Park, Lake Taupo und Sand aus der Nöhe von Cape Reinga.

 

 

 

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…. im Keller gibt es noch mehr Sand, aber keine leeren Flaschen mehr. OBwohl die Hausbar noch einiges her geben könnte.

 

 

 

 

IMG_2475Und das ist unsere Bar, erklärt Neumann. Fietje ist sprachlos! Bei ihm zu Hause gibt es nur eine Fruchtsaftbar!

 

 

 

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… als es dann darum geht, neue Fläschchen für die Sandsammlung von Titania zu produzieren, wird der Tee mit allerlei
Leckerreien aus der Hausbar der Jungs verfeinert.

 

 

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Nun gut, nennenswert sind sie an dem Abendnicht weiter gekommen.Aber sie haben ja drei Fläschchen und da kann man die Sammlung schon mal,drauf begründen.

 

 

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Norderney, Egmond an Zee und Scharbeutz – man kann deutlich sehen, dass die Fläschen unterschiedlichen Inhalt haben.

 

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…. den Sonntag verbringen die Jungs mit Fietje im Garten bei ihrem neuen Lieblingsspiel Crazy Snoep, bei dem jeder tüchtig zugreifen darf, der die Tüte mit holländischem Weingummi mit verbundenen Augen findet.

 

 

PS: Titania ist wieder gesund!

 

Wer hat in meinem Bett geschlafen?

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„Wer hat in meinem Bett geschlafen? FIetje?“ ruft Frau Schneck empört. „Das kann doch nicht wahr sein!“

Fietje guckt empört. Was ist denn nun dagegen einzuwenden? Schließlich hatte er einen aufregenden Tag.

Er war mit Frau Schneck in den Dünen, dort musste er natürlich auf Bäume klettern…

 

 

 

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… in Büschen nach Schätzen suchen ….

 

 

 

 

 

 

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…. ganz alleine ist er den Berg hoch geklettert ….

 

 

 

 

 

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…. dann hat er ein wenig Dünenrutschen gespielt ….

 

 

 

 

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…. danach hat er ein wenig Pause gemacht ….

 

 

 

 

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…. und sich danach sogar mal die Füße gewaschen!

 

 

 

 

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Und als er dann zu hause, Frau Schneck einkaufen war, hat er ein kleines Schläfchen in Frau Schnecks Bett gemacht! Und jetzt diese Aufregung?

„Mein Bett ist sandig, jede Menge Stroh, alte Blätter und ihhhh, Schlamm?! FIetje!“

Fietje schaut an sich runter. Er ist sauber. Eine wahre Saubermaus! Kein Sand, kein Stroh, keine Blätter…. so eine Unterstellung! Den Dreck hat sich Frau Schneck wohl selber ins Bett getragen. Wer weiß, was sie alles in den Dünen und am Strand gemacht hat!

 

Luigi

IMG_2176Frau Schneck hat wieder eine kleine Maus gefilzt. Zufrieden betrachtet sie ihre Arbeit und fängt an aufzuräumen.
He, du bist noch nicht fertig, kommandiert die kleine Maus. Ich will Stiefel haben!
Frau Schneck runzelt die Stirn.

Tja, warum eigentlich nicht. Kann sie gleich mal schauen, was sie nach der langen Filzpause noch drauf hat. Summend macht sie sich ans Werk und eine halbe Stunde später trocknen die Minifilzstiefel an den Minifüßen der Minimaus.

 

 

 

IMG_2178So, denkt Frau Schneck, jetzt ein Tässchen Tee und will sich auf den Weg in die Küche machen. Aber ich brauche doch auch noch einen Mantel, wendet die Maus ein. Einen Mantel? fragt Frau Schneck.
Ja, ich will einen coolen langen Mantel haben!
Tja, wenn Frau Schneck eines beim Filzen gelernt hat, dann ist es die Tatsache, dass Filzis ihren eigenen Kopf haben und Widerspruch i.d.R. zwecklos ist. Nach weiteren 45 Minuten konzentrierter Arbeit zieht sie der kleinen Maus den Mantel an

 

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Gib mir mal den Spiegel! Wie wäre es mit „Bitte“ fragt Frau Schneck und holt das gewünschte. Während die Maus sich zufrieden im Spiegel betrachtet, macht Frau Schneck ein paar Fotos.
Für Titania, erklärt sie der Maus, damit sie dir einen Namen geben kann.
Ich brauche keinen Namen, antwortet die Maus. Wie Nobody.
Wie bitte??? fragt Frau Schneck.

 

 

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Mein Name ist Nobody! Erklärt die Maus. Kennst du doch, den Film von Sergio Leone.
Die Maus pfeift die Titelmelodie des bekannten Westerns, aber Frau Schneck schüttelt den Kopf. Sie hat keine Ahnung von Italowestern. Trotzdem bekommt sie langsam eine Idee, warum die Maus Stiefel und Mantel haben wollte.

Helden brauchen keinen Namen! erklärt die Maus mit Nachdruck und pfeift wieder eine Melodie, die nun sogar Frau Schneck kennt. Auch der Mundharmonikaspieler aus „Spiel mir das Lied vom Tod!“ ist namenlos.
Da klingelt das Telefon. Es ist Titania. Frag die Maus, ob sie sich mit dem Namen Luigi anfreunden kann.

 
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Frau Schneck gibt die Frage weiter und die Minimaus denkt gründlich darüber nach. Luigi, ja, warum eigentlich nicht. Ich kenne mindestens sechs Italo-Western-Regisseure, die Luigi geheißen haben, da war zum einen Luigi Vanzi, der hat den Film… Frau Schneck, die das alles nicht wirklich interessiert greift wieder zum Hörer.
Glaubst du nicht auch langsam, dass mit deiner Wolle etwas nicht in Ordnung ist? fragt Titania Schon wieder eine starke Minimaus mit einer Vorliebe für alte Filme.
Tja, darauf weiß Frau Schneck nichts zu antworten. Insgeheim nimmt sie sich aber vor, die alte Wolle nun bald zu verarbeiten. Wer weiß, was sonst noch alles daraus wird.

Theo

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Normalerweise verraten die kleinen Wesen Frau Schneck schon sehr früh, ob sie Mädchen oder Junge sind. Spätestens, wenn die Schnute angefilzt ist, fangen die Filzis an zu plappern und Frau Schneck weiß Bescheid.
Doch bei dieser kleinen Maus ist sie ratlos. Mäusin oder Mäuserich? Entnervt gibt Frau Schneck auf und überträgt Titania die Aufgabe neben der Namensgebung auch noch das Geschlecht zu bestimmen.
Titania, die einigen Kummer gewöhnt ist, betrachtet das Tierchen. Eine echte Minimaus.
Was möchtest du denn mal werden? fragt sie die Maus. Damit meint sie eigentlich Männchen oder Weibchen.

 
IMG_1905Doch die Maus antwortet: LKW-Fahrer.
Ganz gegen ihren Willen prustet Titania los. Natürlich respektiert sie die Filzis mit ihren – manchmal abenteuerlichen – Wünschen und Ideen. Doch sie stellt sich vor, dass das Gaspedal eines LKWs sich nicht einen Millimeter bewegen würde, wenn die Maus mit ihrem ganzen Gewicht (30g?) darauf säße.
Wie nicht anders zu erwarten ist die Maus beleidigt. Sie verschränkt die Arme vor der Brust und starrt Titania wütend an.

 
IMG_1909Gut, denkt Titania, sie ist schon mal keine Zimperliese, die sofort anfängt zu heulen. War nicht so gemeint, entschuldigt sie sich bei der Maus. Ok, LKWs möchtest du also fahren. Aber glaubst du nicht, dass du eventuell ein wenig zu klein…setzt Titania an.
Stärke wächst nicht aus körperlicher Kraft – vielmehr aus unbeugsamen Willen! zitiert die Maus Mahatma Gandhi.

 

 

IMG_19131:0 denkt Titania und überlegt fieberhaft, wie man der kleinen Maus ihren Herzenswunsch erfüllen könnte. Miniatur-Wunderland in Hamburg? Titania hat gehört, dass dort sogar Sattelschlepper rumfahren sollen. Aber mal ganz ehrlich, wer braucht denn heute noch LKW-Fahrer? LKW-Fahrer ist ein aussterbender Beruf. Scania, Daf oder Mercedes, alle forschen doch am selbstfahrenden Transporter. Selbstfahrende Transporter, grübelt Titania weiter. Wär das denn nichts für die Maus? Testfahrer in der Forschung für selbstfahrende LKW?

 

 

IMG_2047Erfreut wackelt die Maus mit ihren großen Ohren. Sie hat zwar noch nie von selbstfahrenden Autos gehört, aber Testfahrer hört sich großartig an. Sofort will sie sich daran machen und Bewerbungsschreiben aufsetzten.
Titania grinst. Das hört sich doch nach einem guten Plan an. Nur die Frage nach dem Geschlecht ist immer noch nicht geklärt. Möchtest du den LKW-Fahrerin oder LKW-Fahrer werden? nimmt sie einen neuen Anlauf.
Verständnislos schaut die Minimaus Titania an. Ich will LKWs fahren, antwortet sie.
Ok, lenkt Titania ein. Ob Theodor oder Theodora, ist eigentlich auch egal. ich taufe dich auf den Namen Theo.

 

 

 

IMG_2049Beglückt springt die Maus auf und vollführt einen Freudentanz. Theo wie in dem Film Theo, gegen den Rest der Welt mit Marius Müller-Westernhagen. Theo, fährt einen eigenen LKW. Oh, wie ich diesen Film liebe. Kennst du die Szene, wo Theo…

Titania runzelt die Stirn. Wie kann das sein. Der Film lief 1980 in den deutschen Kinos. Wie kann die Maus diesen Film kennen? Sie ist doch gerade erst von Frau Schneck gefilzt worden? Ob die Filzwolle vielleicht alt war? Auch egal, Hauptsache dass die Motten noch nicht drin sind. Und wenn dann eine Minimaus dabei rauskommt, die so tough ist wie Theo …

Das Bild – eine Trauergeschichte

IMG_1943Jedes Jahr werden in der Kunstakademie die Absolventen-Werke ausgestellt. Die Besucher bilden lange Schlangen vor der Akademie, es ist wie immer mächtig voll. Dieses Jahr ist zum ersten Mal Frau Schneck mit Li-Nuri dabei.

Mittags ist Frau Schneck noch mit Frau Gabriele einen Kaffee trinken. Auf Frau Gabrieles Frage, ob sie eventuell auch ein Werk kaufen wolle, schaut Frau Schneck überrascht: „Nein, was soll ich denn damit?“ „An die Wand hängen!“

 

 

IMG_1945Dann kam es aber anders. Frau Schneck tritt in ein Atelier und ist schockverliebt in ein Bild, nein, in alle Werke, die da hängen! Und das Dilemma beginnt.

„Herr Schneck hätte nie im Leben Kunst gekauft. Dafür kann ich kein Geld ausgeben!“ „Ja, aber wenn dir das Bild doch gefällt,“ sagen Freunde und Freundinnen von Frau Schneck. „WEnn dir das Bild so gut gefällt, dann hätte Herr Schneck bestimmt eine Ausnahme gemacht.“ „Nein, nie im Leben!“ erklärt Frau Schneck.

Frau Schneck überlegt noch ein wenig. „Es ist auch so, dass wir nie etwas getan oder gekauft hätten, was der andere nicht gewollt hätte. Und Herr Schneck hätte das Bild nicht gewollt!“

 

IMG_1946Li-Nuri merkt schon, das wird schwierig, denn Frau Schneck muss lernen für sich alleine zu entscheiden und nicht ständig überlegen, ob es im Sinne von Herrn Schneck gewesen wäre oder es ihm gefallen hätte.

„Das war als Herr Schneck noch da war, aber Herr Schneck ist nicht mehr da und er ist nur noch in Deinem Herzen. Alles was hier auf dieser Welt zu entscheiden ist, ist nur noch für Dich zu entscheiden!“
Frau Schneck schaut Li-Nuri traurig an. „Wir haben aber 25 Jahre gemeinsam entschieden und jetzt muss ich plötzlich für mich alleine entscheiden?“
„Ja,“ bestätigt Li-Nuri, „das ist jetzt so!“ Li-Nuri lässt Frau Schneck noch ein wenig nachdenken.

 

 

IMG_1953„Egal, ob Herr Schneck es zu Lebzeiten gewollt hätte oder nicht, er würde es Dir heute wünschen. Vielleicht hat er dich auch zu dem Bild gelenkt!“ gibt Lin-Nuri zu bedenken. „Du hast erzählt, Du bist in die Galerie gekommen und Dir ging das Herz auf. Und genau das, würde sich Herr Schneck wünschen, egal wie er zu Lebzeiten entschieden hätte, aber das ist nun mal eine andere Zeit und ein anderes Leben gewesen! Und weiß du was? Es ist ein richtiges Frau Schneck-Bild!“

Frau Schneck fällt die Entscheidung sehr schwer, ob sie nun wirklich gegen Herrn Schneck entscheiden möchte, denn so kommt es ihr erst mal vor. Nach einigen Tagen schafft sie es und ist Besitzerin ihres ersten Bildes.

Li-Nuri freut sich, da ist Frau Schneck doch wieder einen kleinen Schritt vorwärts auf dem Weg der Trauer.

 

 

IMG_1954Und was denkt ihr, was hat Frau Schneck wohl für ein Bild gekauft? Ihr Bild hat natürlich Augen und einen kleinen Mund, Augen die lieb schauen und ein Mund, der lächelt und plappert. Nun weiß Frau Schneck, dass sie richtig entschieden hat, denn da Herr Schneck in ihrem Herzen wohnt, freut er sich mit, wenn sich ihr Herz freut. Das hat der Kleene ihr schon erzählt, denn er weiß mehr als wir Menschen …

Dieses wunderbare Bild stammt von Frau Meral Alma.

Ein neues Jahr bricht an – eine Trauergeschichte

IMG_1438Jetzt ist es ein Jahr her, dass ich Herrn Schneck verloren habe,“ sagt Frau Schneck zu Li-Nuri. „Aber es fühlt sich noch genauso an, wie vor einem Jahr!“ „So schnell geht das nicht,“ erklärt das kleine Tauertierchen. „Du hast nur das erste sehr schwierige Jahr hinter Dir, jetzt wiederholt sich alles für Dich und manche Dinge werden einfacher, weil Du sie schon mal gemacht hast und aus der Erfahrung weißt, wie es besser für Dich ist!“ Frau Schneck nickt. „Ja…,“ seufzt sie kläglich. Li-Nuri stupst Frau Schneck liebevoll an und hüpft auf ihren Schoß: „Komm, Du hast viel geschafft und sogar Stärke gefunden von der Du glaubtest, sie nicht zu haben.“
 

 

 

IMG_1466„Hätte ich gut drauf verzichten können,“ trotz Frau Schneck. „Das ist mir schon klar, aber es gibt Dinge im Leben, die werden für uns entschieden, das sagst Du selber. Das Schicksal, sagst Du, hat entschieden, dass Herr Schneck früh sein Leben verliert, aber Du sagst auch, das Schicksal hat sich wohl etwas dabei gedacht,“ klatsch, klatsch fliegen Frau Schneck ihre eigenen Worte um die Ohren. „Und dann sagst Du…!“

 

 

 

IMG_1440„Ist schon gut,“ schimpft Frau Schneck. „Ich weiß, was ich gesagt habe. Es hilft nicht zu hadern, sondern das Leben auf nehmen und zu schauen, was das alles soll!“ „Richtig!“
„Aber, es tut so weh!“ Li-Nuri nickt. „Das ist klar. Und die Erfahrung lehrt uns, dass die eigentliche Trauerzeit nicht das erste Jahr ist, sondern bis zu fünf Jahre dauern kann! Und auch danach, kannst Du immer wieder zusammenbrechen, weil irgendetwas die Trauer auslöst, ein Wort, ein Gegenstand, eine Situation!“ „Gut so,“ kommt es von Frau Schneck, jetzt kämpferisch trotzig.
„Hat Herr Schneck verdient!“ Li-Nuri grinst, ja, so mag er Frau Schneck.

IMG_1464Und dann kommt schon: „Ich schaffe das, denn ich möchte, dass Herr Schneck sehr sehr stolz auf mich ist, dass er sich nicht in seiner Welt um mich sorgen muss, ich mein Leben gut in den Griff bekomme und sinnvolle Dinge anstelle, Freude habe… Wir haben ja nur das eine Leben, was danach ansteht, wissen wir nicht. Und weißt Du, ich möchte im Tod das gleiche Lächeln wie Herr Schneck auf den Lippen haben, das sagt, alles ist gut so und ich bin im Einklang mit mir und der Welt!“
Frau Schneck ist still und in sich gekehrt.
 

 

 

IMG_1467„Es ist schon seltsam,“ überlegt Frau Schneck. „Das, was Du gesagt hast, dass mich die Situation gestärkt hat, stimmt schon. Ich habe vieles nicht für möglich gehalten, dass ich das schaffen könnte, aber es ging.“ Frau Schneck denkt mit Grauen an die gesamte Finanzbuchhaltung… „Nun ja, und es gab schöne Momente im letzten Jahr. Die Anteilnahme die mir zu teil würde, wenn ich heute darüber nachdenke, … wow! So viel Mitgefühl, liebe Worte und wirklich Hilfe! Und der Adventskalender…!“ „Ich war beim Adventskalender dabei!“ unterbricht Li-Nuri. „Du musst es mir nicht neu erzählen!“ „Pffff…,“ kommt es von Frau Schneck. „Komm Li-Nuri, hol Fietje, wir machen was Schönes und machen einen schönen Gedenktag für Herrn Schneck!“ „Yippie, gibt es Eis für uns? Und gehen wir grüne Stifte kaufen?“